Das Thema Net Kids – Kinder- und Jugendschutzinitiativen bleibt in diesem Blog nur gerade skizzenhaft umrissen.
Die westliche Gesellschaft, welche Freiheit über Zensur stellt, konnte bis jetzt nur gerade ansatzweise einen Jugendschutz im Internet realisieren. Anders sind die Verhältnisse in China und für einmal sind die Chinesen um ihre Internet-Zensur zu beneiden.
In unserer Gesellschaft sind nun in erster Linie die Erziehungsberechtigten gefordert. Um ihre Kinder schützen zu können, brauchen sie sehr viel Weiterbildung. Wenn also Lehrer Schüler über das Chatten und seine Gefahren aufklären ist das gut gemeint, aber am Ziel vorbeigeschossen, wenn die Eltern dabei in der Regel vergessen werden. Wird der Computer mit Internetzugang im Kinderzimmer plaziert, haben die Eltern im Vornherein keine Chance an dieser neuen Lebenswelt in der Virtualität teilzunehmen und können so ihren Kindern keinen Beistand und keine Mediensozialisation zukommen lassen.
Unsere Gesellschaft muss also umdenken: die Forderung ” Schulen ans Netz” würde ich immer noch voll und ganz unterstützen, aber die Umsetzung muss Hand in Hand mit der Schulung der betroffenen Erziehungsberechtigten gehen. Der Slogan “Kids ans Netz, Eltern begleitet!” wäre eher angesagt. Das Internet ist weder ein Spielplatz noch eine Betreuungsstätte für Kinder und Jugendliche – vielmehr ist es ein Abbild der Realität mit all ihren Schatten- und Sonnenseiten.
Ebenso wichtig scheint es mir der neuen Welt in der Virtualiät einen angemessenen Stellenwert und nicht mehr zu geben. Wie Don Tapscott beschreibt:
Kinder lassen sich von all den neuen Welten und Möglichkeiten leicht verzaubern, was dann auf Kosten anderer nützlicher oder wichtiger Aktivitäten geht.
Hier würde ich nur noch hinzufügen wollen, dass auch Erwachsene nicht ganz gefeit sind vor der zauberhaften neuen Welt.
Treffend führt auch Thomas Zaugg in seinem Artikel “das böse Internet” aus, dass es “das Internet” schon mal gegeben hat. Damals hiess es Kapitalismus und Marx philosophierte darüber wie der böse Kapitalismus den Menschen verändern würde. In der Internetdebatte kommen wieder ähnliche Gedanken auf und ich kann dem Autoren nur zustimmen:
Es geht nicht darum, wie das Internet den Menschen verändern wird, sondern was wir Menschen aus dem Internet machen werden!
Der Mensch ist nicht dem Werkzeug Internet und den Machenschaften anderer Menschen im Internet komplett ausgeliefert, sondern er hat die Möglichkeit im Sinne der Aufklärung selbst Verantwortung zu übernehmen und das Internet sinnvoll zu gestalten und gebrauchen. Bereits gibt es ernstzunehmende Internetorganisationen wie die ISOC – es dürften mit der Zeit auch noch weitere dazukommen. Ich habe den Eindruck, dass die neue Generation – eben die Net Kids – genauso denkt, denn sie wollen mitbestimmen und sind voller Teamgeist und innovativer Ideen.






