Dieser Blogeintrag wirft das Schlaglicht auf eine absolute Schattenseite des Internets.

Gemäss der Schweizerischen Kriminalpolizei hat sich das Internet “dank” der einfachen Vernetzung und der weitgehenden Anonymität zum Umschlagplatz für Kinderpornographie und Pädophile entwickelt. Die Pädokriminalität ist im Zeitalter des Internets frappant gestiegen. Die Gründe sind vielschichtig. Durch das Internet wird gesamthaft mehr Kinderpornographie konsumiert, die Täter (Pädokriminelle oder Pädophile) wähnen sich in einem rechtsfreien Raum und Kinder wie auch Jugendliche können durch das Internet leichter angesprochen und ausgebeutet werden.

In Kinderchats dauert es im Schnitt nur gerade wenige Minuten bis ein Kind von einem Pädophilen angesprochen wird. Experten unterscheiden gemäss einem Artikel von WirEltern zwei Vorgehensweisen der Pädophilen in den Chats:

“Einige machen direkt und unverblümt sexuelle Avancen. Viele gehen aber subtil vor, geben sich nett, um über längere Zeit das Vertrauen der Kinder zu gewinnen. So versuchen sie an Fotos zu gelangen oder Treffen zu arrangieren.”

Ein Bericht von “SpiegelOnline” illustriert diese Realität im Internet.

Es gibt sehr viele mehr oder weniger erfolgreiche Bemühungen Kinder und Jugendliche vor eben dieser Gefahr aus dem Internet zu schützen. Die schweizerische Kriminalprävention hat hierzu eine umfassende Liste für Erziehungsberechtigte, Kinder und Jugendliche zusammengestellt. Es wird auf die Vermittlung von Medienkompetenz, Aufklärung im Netz und/oder an Informationsveranstaltungen und insbesondere auf Meldestellen (kobik in der CH oder jugendschutz.net) im Internet gesetzt. Immer noch sind erschreckend viele Eltern unwissend und ihre Kinder dann oftmals auch. Die schweizerische Kriminalprävention liefert für uns Zahlen und Fakten.

Aus der Sicht von Inormationsspezialisten besonders interessant ist in diesem Zusammenhang die Vermittlung von Medienkompetenz. Auf der Webseite fit4chat können Kinder und Jugendliche beispielsweise ein Chat-Diplom absolvieren und Eltern bekommen hier einen kleinen Kurs zum Umgang mit dem Internet. Das A und O ist jedoch die Begleitung der Kinder durch ihre Eltern (oder andere Erziehungsberechtigte). Dazu sollten sich Eltern auch für die Netzrealität ihrer Kinder interessieren.

Eine gute Idee scheint mir die Vereinbarung eines Cyber-Eides zwischen Eltern und Kindern zu sein. Ähnlich wie beim Kodex im Umgang mit Alkohol, Drogen und Medikamenten bis zum 18. Altersjahr wird beim Cyber-Eid eine Vereinbarung für den Umgang mit dem Medium Internet getroffen -allerdings sollte dieser Eid keinen Verbotscharakter haben, sondern vielmehr eine Leitplanke bei der Reise durchs Netz sein. Der Cyber-Eid wird unterschrieben und an prominenter Stelle beispielsweise an der Wand über dem Computer platziert.

Abschliessend einige Inputs zur Ausarbeitung – und Besprechung – eines Cyber-Eides:

Kinder

  • keine persönlichen Daten preisgeben (Adresse, Telefonnummer, Schulhaus) – anonym bleiben
  • bei “unangenehmen Erfahrungen” im Internet einen Elternteil hinzuholen

Jugendliche

  • keine digitalen Ganzkörperfotos verschicken oder aufs Netz stellen, da aus ihnen leicht pornografisches Material gemacht werden kann.
  • im Netz die netiquette beachten und auch von anderen einfordern
  • Meldestellen im Internet benutzen, wenn du auf bedenkliche Personen oder Webseiten im Internet triffst
  • ich treffe mich das erste Mal nie allein mit jemandem, den ich aus dem Internet kennengelernt habe.
  • kritisch und achtsam mit dem Internet umgehen – ist etwas erst einmal im Netz – ist es für immer im Netz (Blog zum Thema Karrierefalle Intenet)